Archiv für März 2009|Monatliche Archivseite

Kein Verlass auf die Astrologie!?

Neulich saß ich mit meinem Vater bei einem Bier in einer Dorfkneipe. Was man halt so macht, wenn man auf dem Dorf ist und zu verhindern versucht Depressionen zu bekommen. Natürlich wurde das Gespräch später auf die Astrologie gelenkt, wobei die Gastwirtin von meiner Tätigkeit wusste, es aber so ausdrückte: „ach, ja, Du hast ja Interesse daran.“ Na ja, „Interesse“ ist vielleicht etwas untertrieben, aber immerhin, man schwieg sich nicht darüber aus. Angefangen hatte das Gespräch aufgrund von Geburtstagsgästen, wobei das Sternzeichen gleich mit genannt wurde. Von einer zur nächsten Sekunde wusste ein jeder das Tierkreiszeichen der bunten Runde am Tresen. Es wurden Charaktereigenschaften und Talente besprochen, wie auch Aszendenten und Quellenangaben zur Geburtszeit – Hebamme, Standesamt und Patentante. Hier warf ich direkt ein, dass diese Quellen meist unzuverlässig sind, weil keiner im richtigen Moment auf die Uhr guckt oder die Uhrzeit nachträglich schätzt, bzw. gänzlich „verdaddelt“. Ein Problem mit dem alle Astrologen zu kämpfen haben. Die Profis unter den Astrologen machen dann eine Geburtszeitkorrektur. Was ordentlich zeitaufwändig ist und hier sprechen wir von Minuten, vielleicht mal eine Stunde…

Dies sei als Einleitung nur nebenbei gesagt…

Ab sofort müssen nämlich Astrologen nicht nur Minuten berücksichtigen, sondern ganze Tage. „Unsere“ Gastwirtin erzählte nämlich, dass ihr Sohn am 01.01. auf die Welt gekommen ist. Weil sie aber das Kindergeld noch gerne für den Dezember bekommen wollte, hat sie zusammen mit der Hebamme die Geburt zurück datiert – auf den 30.12., damit das nicht so auffällt und man denke könnte, dass Kind sei vielleicht doch erst Neujahr geboren.

So haben bestimmt viele Mütter und Väter gedacht!

Nun müssen Astrologen bei Ratsuchenden, welche ab dem 28./29. bis 31. „offiziell“ geboren wurden, eine Korrektur von bis zu sechs Tagen mit einkalkulieren!

Bestimmt gab (gibt) es auch Mütter, die aus ihrem Montags- ein Sonntagskind gemacht haben. Oder es gibt Eltern, die ein Geburtsdatum am Freitag den 13. nicht tolerieren würden. Dann gibt es noch die Geburtstage trauriger Berühmtheiten (Beispiel Kriegsverbrecher) oder andere Animositäten.

Ergo: Personenhoroskope bleiben wegen dieser Hintergründe ungenau!!! Nicht alle, aber schon ein paar.

Und ich habe mich manchmal schon gewundert, wenn bei einem Fragesteller so gar nichts passen wollte.

Das ist bei der Börse anders: hier hat mein die Möglichkeit den exakten Start zu ermitteln, weil alles (irgendwo) festgehalten wird und es genügend Zeugen gibt (nicht nur Mutter und Hebamme).