Interview mit der FAZ!
Interview mit der FAZ!
Das muss ich hier mal loswerden, weil es wieder so herrlich typisch war.
Also, am Nachmittag des 15.08.08 rief mich M. P. von der FAZ an. Er habe mich im Internet entdeckt und nun Fragen zu meiner Person und dem Tun und Handeln als Börsen-Astrologin. Ich gebe hier jetzt mal nur die typischen Fragen und Antworten die jeweils für Entsetzen bei seriösen Redakteuren sorgen, aus dem Gedächtnis-Protokoll wieder.
P: Guten Tag, mein Name ist M. P. von der FAZ. Ich habe Sie im Internet entdeckt und einige Fragen an Sie.
Ich: jetzt ist gerade schlecht. Ich bin im Reitstall und fahre gleich zu einem Turnier.
P: das geht aber nur heute.
(Anmerkung: klar. Geht immer nur gleich oder nie, nie wieder!)
Ich: wie lange dauert das denn?
P: 10 Minuten.
Ich: gut, dann fragen Sie mal los.
P: welche Qualifikation haben Sie denn?
Ich: keine
P: (verwirrt), wie? Sie haben keine Qualifikation? Haben Sie nicht Betriebswirtschaft o. ä. studiert?
Ich: nein, ich komme aus dem Handwerk
(Anmerkung: nein, nicht Bäcker, um mögliche Parallelen aus zu bremsen).
P: —-
Ich: —
P: wie können Sie denn so einfach die Wirtschaft beurteilen?
Ich: kann ich nicht ja nicht.
P: —
Ich: die Wirtschaft interessiert mich nicht.
P: —
Ich: mein Interesse liegt an der Astrologie.
P: (gibt auf)
P: sind Sie denn schon mit der Börsenastrologie reich geworden?
Ich: nein, ich bin nicht an der Börse.
P: —
Ich: ein Vorwurf den ich oft höre. Ich gebe mein Geld lieber aus. Ich will Spaß haben mit meinem Geld – es ist sozusagen typbedingt.
P: wie viele Kunden haben Sie denn?
Ich: (grübel) 15 oder 18 Stammkunden und sporadische Auftraggeber.
(Anmerkung: habe mir die Mühe gemacht und nachgezählt. Es sind 23 feste Auftraggeber in der Hauptsache sind es aber NICHT Frauen, wie man immer gerne unterjubeln will, sondern zu 90 % Männer)
P: was nehmen Sie denn für eine Analyse?
Ich: für eine Aktie XXX Euro, wenn ich sie im Portfolio habe. Wenn nicht und ich muss recherchieren, dann lasse ich mir den Aufwand bezahlen.
P: wie lange brauchen Sie denn für eine solche Analyse?
Ich: och, so einen Tag.
P: geben Sie Börsenbriefe heraus?
Ich: nein, das Interesse ist nicht groß genug und die persönlichen Wünsche sind zu individuell. Es gibt aber diesbezüglich Pläne zu Penny-Stocks.
P: wir würden Sie gerne testen (oder so ähnlich, habe den genauen Wortlaut nicht mehr im Kopf)
Ich: ich scheue den öffentlichen Vergleich nicht. Meine Trefferquote liegt bei nachweislich 80 %.
P: und dann nicht an der Börse?
Ich: nee.
P: wir würden gerne wissen, wie sich der Dax, der Dow Jones und der Euro in der nächsten Woche entwickeln wird.
Ich: kann ich machen.
P: heute?
Ich: nein, heute nicht, morgen.
(Anmerkung: Samstag! à das war aber das letzte Mal für Euch!)
Schicken Sie mir doch einfach eine Mail mit den genauen Fragen und Wünsche und ich beantworte diese dann. Ich mache so was öfter und bin teamfähig, wenn Sie textliche Änderungswünsche haben.
P: gut, ich schicke die Mail gleich raus.
Ich: alles klar.
Ich:—
Ich: und wenn Sie was schreiben, dann bitte nicht ins Lächerliche ziehen, ich will den Text vorher absegnen.
(Anmerkung: ich kenne Euch Brüder doch!)
P: wir sind kritisch, aber fair, den ganzen Text kann ich Ihnen aber nicht schicken, vielleicht ein Entwurf oder die Einleitung.
Ich: na ja, ist auch egal. Ich melde mich dann später bei Ihnen.
Fazit: ich weiß nicht, ob die was gedruckt haben, weil ich die FAZ nicht lese. Ich lese so gut wie gar nicht… den Stern vielleicht noch… gehört habe ich auch nix mehr von „denen“.
Und irgendwie ist das ja auch a bisserl ungezogen? Na ja, die Herrschaften Redakteure sind immer so busy und cool, da hat man einfach keine Zeit für esoterisches Gedöns undiplomierte Experten.
Anmerkung von mir: die Prognosen sind genau so eingetroffen, nur bei der Wertangabe des Euro/USD habe ich mich ordentlich vermetert. Da ich diesen Wert überhaupt nicht verfolge, kann man mir da auch keinen Vorwurf machen (denke ich). Der wackelt ja nur um so viele Stellen hinter dem Komma. Wer ahnt es denn? Aber! Wieder was hin zu gelernt.
Hier die Mail von P:
Hallo Frau Treppner,
wie soeben telefonisch besprochen, schicke ich Ihnen meine Anfrage noch mal per Mail:
Für unser kleines Börsenastrologie-Experiment möchte ich Sie bitten, folgende Fragen zu beantworten:
- Wie wird der DAX am Freitag, 22. August schließen?
- Wie lautet der Euro-Kurs am Freitag, 22. August um 12 Uhr mittags (verglichen mit dem US-Dollar)?
- Wie schließt der Dow Jones am Donnerstag, 21. August?
Bitte beantworten Sie die Fragen bis morgen so konkret, wie es Ihnen möglich ist. Ich bin gespannt zu sehen, wie Ihre Prognosen zutreffen. Wenn Sie noch Fragen haben, erreichen Sie mich auch am Mobiltelefon unter 0178/XXXXXXX.
Mit freundlichen Grüßen
M. P.
Meine Antwort:
Hallo Herr P.
anbei sende ich Ihnen meine Prognosen. Ich hoffe, es ist das, was Sie sich in etwa vorgestellt haben. Bisher habe ich noch nie Zahlen genannt, ich gehe aber davon aus, dass das Ihr Wunsch ist und deshalb habe ich mich einmal daran gewagt und eben Zahlen genannt. Sollten Sie noch Fragen oder Änderungswünsche haben, ich bin Vormittags via Handy erreichbar, ab Mittags via Mail.
Viele Grüße von Iris Treppner
DAX:
Entwicklung vom 18. – 22.08.08 – Chartverlauf: bis zum 19./20.08. verläuft der Kurs seitwärts, am 20./21.08. knickt der Kurs etwas ein. Am 22.08. gibt es wieder etwas Auftrieb. Tendenz liegt am 22.08. bei 6.400, ggf. etwas darunter. Tut sich nicht viel! Die Zahlenangaben sind rein spekulativ, weil ich mich eben nicht mit der Finanzwelt auskenne. Ich denke aber, dass ich ziemlich gut liege mit meiner laienhaften Angabe.
Dow Jones:
Entwicklung vom 18. – 21.08.08 – Chartverlauf: seitwärts, keine großen Ausschläge nach oben oder unten. Sorry, aber hier ist noch kein Durchbruch zu erwarten, aber (Gott sei es gedankt) auch keine Talsohle in Aussicht. Der Kurs plätschert vor sich hin. Genaue Zahlen kann ich nicht nennen, weil ich eben kein Finanzexperte bin, der Dow Jones wird aber unter 12.000 bleiben!
Euro/USD:
Der Euro bleibt in der Woche vom 18. – 22.08.08 instabil. Vom 18. bis 21.08 ist der Kurs unruhig, während der Dollar kontinuierlich zunimmt. Lediglich zum Wochenende (22.) gibt es einen kleinen Stillstand, bzw. dürfte Euro/USD an dem Tag einen Stillstand erfahren, weil der Dollar sich an diesem Tag auch schwächer zeigt. Meine Prognose in Zahlen (rein spekulativ, eben weil ich wie schon oft erwähnt, kein Finanzexperte bin): 1.42 bis 1.40 Euro/USD wäre möglich, vielleicht auch etwas unter 1.40. Ich weiß jetzt aber nicht, ob ich mich mit dieser Angabe zu weit aus dem Fenster lehne, weil es entweder zu wenig ist oder weil es solche Erdrutsche nicht gibt?! So in etwa würde ich das aber einschätzen.
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Hallo Frau Treppner,
Ihr Langfrist Tip:
“Mein derzeitiger astrologischer Langfrist-Favorit ist die Aktie Hyporeal Estate: jetzt kaufen, die Entwicklung abwarten und direkt im März/April 2009 wieder verkaufen.”
“Hypo Real Estate” steht anscheinend vor dem aus !? – (siehe Quelle: http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Folgen-der-Finanzkrise-Hypo-Real-Estate-droht-Kollaps/419518.html)
Könnsten Sie bitte eine neue Einschätzung geben, bzw. bleiben Sie bei Ihrer ursprünglichen Empfehlung ?
Mit freundl. Grüßen
F.M
Hallo Herr McDonnay,
ich muss zugeben, dass ich diese Krise nicht als eine solche erkannt habe, bzw. habe ich auch nicht nach einer gesucht. Nirgendwo (bis auf den Dax und den können Sie als Leitfaden und Ratgeber für weitere Aktivitäten Ihrerseits nehmen). Im Vergleich zum Jahresanfang ist dieser Punkt in den Horoskopen sehr unauffällig.
Negativpunkte habe ich vereinzelt auch bei anderen Werten gesehen, aber diese nicht in geballter Ladung zusammen gebracht.
Aktuelle Situation von HRE: ich habe nur grob und auf die Schnelle einen Blick hineingworfen und da kann es sein, dass diese Krise zwei bis drei Monate anhält, aber sich die Aktie auch wieder erholen wird.
Aus den Nachrichten wissen wir, dass der Staat da helfen wird.
Es ist jetzt die Skepsis und das Misstrauen im Allgemeinen, welches dazu führt, dass zurzeit wohl keiner so richtig mehr mitmachen mag.
Ich bin mir aber sicher, dass neben Gold eben auch Grund und Boden und Immobilien wieder sehr gefragt werden – eine logische Schlussfolgerung nach dem Spekulations-Desaster diverser Banken.
Viele Grüße von Iris Treppner